NOVATIZ.ART
Wir widmen Euch unser Leben…
wir widmen Euch unsere Kunst,
die in Momenten
größter Freude
und tiefster Trauer entstanden ist…
Verlorene Flügel
Climbers on Mount Rainier
4K Timelapse Video
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Im Himmel lebten Feen mit zarten Flügelchen. Sorglos sprangen sie von Wolke zu Wolke, bis eine von ihnen – die grünäugige Kleine – an einer Wolke vorbeisprang. Ihre Flügel verfingen sich … lösten sich … und sie stürzte kopfüber zur Erde hinab!


„Oooh … wohin willst du …?! Unser Schwesterchen! Dort unten leben doch flügellose Wesen, die uns fremd und unverständlich sind! Wir haben Angst um dich!“, kam es als Echo von oben.


Die kleine Fee fiel hinunter auf die Erde. Ihre Schwestern im Himmel waren bald nicht mehr zu sehen, so hoch oben waren sie. Was sollte sie tun? Zurückfliegen war ihr unmöglich. Also musste sie auf der Erde bleiben und ihre verlorenen Flügel suchen.

Sie wanderte lange durch diese fremde Welt, bis sie eines Tages einen jungen Mann mit wunderschönen blauen Augen traf. Seine Augen erinnerten sie an den Himmel an ihr Zuhause. Sogleich beschloss sie: Wenn es ihr Schicksal war, für immer auf dieser Erde zu bleiben, dann würde sie bei dem Schönsten verweilen, was sie hier finden konnte – bei diesem blauäugigen jungen Mann. Auch der junge Mann fühlte sich zu der Fee hingezogen und erklärte sich bereit, ihr Begleiter auf der Erde zu sein. War es die Versuchung, über diese unbekannte Schönheit zu verfügen, oder war es echte Verliebtheit …? Ein Rätsel lag in dieser Bereitschaft.


So groß die äußere Schönheit des jungen Mannes war, so kalt und streng war sein Herz. Und seine Liebe zu der Fee war ebenso von kalter Gesetzmäßigkeit bestimmt … ohne Raum für Fehler. Dennoch war die Fee ihm gegenüber immer gehorsam. Jedes Mal blickte sie ergeben in seine blauen Augen, als wären sie eine bezaubernde Quelle der Wahrheit, und dachte bei sich: „Ein Mensch mit solchen Augen muss immer recht haben. Seine Augen sind wie der Himmel. Und der Himmel kann sich nicht irren!“

Doch Schein ist nicht Sein. Der Konflikt zwischen ihrem Verstand und ihren Gefühlen trieb die kleine Besucherin unweigerlich in Trübsal und Gram.


Eines Tages, während eines einsamen Spaziergangs, begegnete die Fee einem Wanderer. Er saß bescheiden auf einem großen Stein und las ein Buch. Hin und wieder unterbrach er seine Lektüre und richtete seinen Blick zum Himmel, als suchte er dort nach einer Antwort … denn wer weiß schon, wie viel Wahrheit in dem Geschrieben hier steckt … auf der Erde … „Wie amüsant er ist“, dachte die Fee, und ihr Wunsch, sich zurückzuziehen, schwand spurlos.


Als der Wanderer die geheimnisvolle Fremde erblickte, wurde er unglaublich lebhaft, legte das Buch beiseite und stieg von seinem Stein herab. Sein seltsamer Blick fiel der Fee auf ein gebrochener Blick, wie das Spiegelbild einer gebrochenen Seele. Als der Wanderer näher trat, konnte er dem Impuls nicht widerstehen: Er hob die Fee bewundernd wie eine Flaumfeder in die Arme. „Was für eine Anmut! Wer bist du …?! Der Zauber meiner Augen!“

Und dann drehte er sie im Kreis … und drehte … und drehte … als läge in diesem Drehen der Sinn allen Daseins ***

In einem langen Zwiegespräch erzählte die Fee dem feinfühligen Wanderer von sich, von den wunderschönen blauen Augen ihres irdischen Gefährten und von ihrem Kummer. „In den falschen Augen hast du nach Wahrheit gesucht“, sprach der Wanderer, „nicht in den Augen der anderen liegt sie. Schau mal in DIESE Augen! Sie werden dein Leitstern sein!“ Und wie aus einer Zaubertasche holte der Wanderer einen großen Spiegel hervor, stellte ihn vor die Fee, und zum ersten Mal in ihrem Leben sah sie ein Spiegelbild ihrer selbst!


Aus großer Dankbarkeit und dem Wunsch, Gutes mit Gutem zu vergelten, bot die Fee dem wundersamen Weisen ein Stück ihres gerade gefundenen Glücks an. Schließlich war sein Herz so verletzt. „Ich kann nicht. Ich bin ein Träumer und Schicksalsdeuter. Mein Los ist es, anderen das Glück zu zeigen, während ich selbst unglücklich bleibe“, sprach mit versteinertem Gesicht der Wanderer, und das waren die letzten Worte, die sie von ihm hörte …


Die grünäugige Fee ging langsam davon. Und während sie ging, wuchsen ihr die Flügel zurück. Sie verließ für immer ihre irdischen Freunde, die für sie unverständlich geblieben waren: „Flügellose Wesen … unschätzbare Lehrer … der eine lehrte durch Leiden, der andere durch Liebe. Ich habe meine Flügel wiedergefunden! Und ich werde sie nicht mehr verlieren. Jetzt kann ich nach Hause zurückkehren.“


Mit Sehnsucht im Herzen blickte die Fee zurück … und dachte lange nach. Dann richtete sie ihren Blick zum Himmel. „Zuhause … Was bedeutet ein Zuhause? Und wo ist nun der Ort, den ich mein Zuhause nennen kann?“

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