Vor langer, langer Zeit lebte ein Sterndeuter.
Er war jung und schön, ein großer Träumer und Dichter.
Niemand glich ihm in seiner Fähigkeit, das Schicksal der Menschen anhand der Sterne zu deuten.
Nur die Sterne waren seine Freunde.
Unter den Menschen blieb er jedoch einsam.
Eines Tages sah der Sterndeuter eine Sternschnuppe vom Himmel fallen, und er wünschte sich nur eines – Liebe! Die himmlischen Mächte hatten ihn gehört
und schickten eines Tages eine wunderschöne Frau in sein Leben.
Wird man sich seines Glücks bewusst, wenn dieses Glück leicht daherkommt …?
Als die große Liebe nun so unerwartet über den Sterndeuter kam, war er so verwirrt und überwältigt, dass er nicht wusste, wie er damit umgehen sollte. Seine gewohnte Lebensweise – vom Glück nur sehnsüchtig zu träumen – wurde erschüttert. Sein Glück wurde real. Und so traurig es auch war, lehnte der Sterndeuter seine Liebe ab, ohne sich von ihr im tiefsten Herzen noch einmal berühren und verzaubern zu lassen …
Seit jener Zeit erfüllen Sternschnuppen nicht mehr die sehnlichen Wünsche der Irdischen. Die „Sternschnuppe“ ist seitdem nur noch ein Symbol der Hoffnung. Den sehnlichen Wunsch wahr werden lassen muss aber von da an der MENSCH SELBST. Andernfalls würden die Menschen zu willenlosen Schwächlingen heranwachsen, die darauf warten, dass das Schicksal ihnen alles bereitet. Die Sterne können helfen, aber sie werden nichts anstelle der Menschen tun.
***
An stillen, einsamen Abenden saß der Sterndeuter dann nachdenklich an der Schwelle seines leeren Hauses und blickte traurig in den klaren Himmel voller leuchtender Sterne.
In der Tiefe seiner Seele schwelte von nun an ein Licht der Hoffnung, dass er eines Tages seine Liebe wiederfinden würde.