Ihr Name war Alla … doch der Name „Mondlein“ hätte viel besser zu ihr gepasst.
„Ist das ein Traum? Oder ist das Wirklichkeit?“ Diese Frage stellte sich die kleine Nachtgekrönte oft.
Mondlein war mehr als eine irdische Schönheit – sie war eine Frau von seltener, spiritueller Anmut. Geheimnisvoll und verführerisch, zugleich aber unerreichbar. Ihre Schönheit war eine Gabe Gottes, jedoch auch eine schwere Bürde. Sie war einsam – von einer tiefen seelischen Einsamkeit erfüllt. Ihre zweite Hälfte vermochte sie im Leben nicht zu finden.
Vielleicht war das der Grund, warum Mondlein in der Wirklichkeit so oft im Schlaf verweilte; denn dort wurden all ihre Träume lebendig. In ihren Träumen fand sie immer wieder ihre scharlachrote Blume … die jedes Mal aufs Neue erblühte und ihr Hoffnung auf Liebe schenkte …
… Und nur der zauberhafte Mond – ihr ewiger und treuer Gefährte – blickte sie verliebt an und wärmte sie in dieser sternenklaren Unendlichkeit …
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Was ist Traum? Und was ist Wirklichkeit? Wo verläuft die Grenze zwischen ihnen? Und gibt es diese Grenze überhaupt?